Burgstall Burgstumpf, Stumpfbühl
gelegen südlich von Ittelsburg auf dem Hügelausläufer. Die Bergspitze ist durch einen breiten Burggraben abgetrennt, darin wurden mittelalterliche angebrannte Hohlziegel und Bauschutt gefunden. Der Halsgraben hat eine Länge von 60m. Ein kleiner Turmkegel ist durch einen Graben nach Süden geschützt. Zugang nur vom Hochplateau aus Südosten, sonst überall Steilabfälle. 1442 wird hier Ritter Veit v. Eisenburg genannt. Hier war seine Raubritterburg. Der Eisenburger lebte vom Strassenraub an der Post- und Handelsstrasse Ulm-Kempten. 1442 zieht der Ritter Hans von Stadion zu Ulm mit großer Macht gegen Ittelsburg und belagert vier Tage und Nächte den Eisenburger. Dem Eisenburger gelang die Flucht und die Verteidiger ergaben sich auf Gnad und Ungnade. Die Burg verbrannte. (Quelle: Karl Schnieringer, Burgställe im Landkreis Memmingen)
Einen weiteren Bericht gibt es von Hermann Konz in den Memminger Geschichtsblättern 3/1973:
"Der Burgstumpf bei Ittelsburg"
Südlich vom Keckwirt in Ittelsburg, westlich der Straße zum Gsäng, liegt auf einem Ausläufer des Schrattenbacher Hanges in dichtem Hochwald ein kleiner Burgstall, der Burgstumpf genannt. Ein tiefer Graben trennt ihn von der Hochfläche, auf der die Höfe des westlichen Gsäng stehen. Ein niedriger Gedenkstein ziert den Kegel dieses Burgstalles.
Inschrift auf dem Gedenkstein: Burgstall Burgstumpf. Sitz des Ritters von Eisenburg 1442 vom Ritter Hans v. Stadion niedergebrannt.
Was weiß man von diesem Burgstall, den man nur weglos erreichen kann? Dr. Merkt führt ihn unter der Nr.91 auf, Schnieringer berichtet unter Nr. 50 in seinem Buch über Burgställe im Landkreis Memmingen. Die Einzelheiten erfahren wir aus dem Buch von Ludwig Mayr, "Geschichte der Herrschaft Eisenburg (Memmingen 1918, Seite 42).Ritter Veit von Eisenburg hatte bei den Memmingern 7350 Pfund Heller Schulden, wodurch er die Herrschaft Wageck verkaufen mußte und hier in Ittelsburg, sozusagen bei Verwandten, Unterschlupf fand. Er kam aber wegen Straßenräubereien mit der Reichsstadt Ulm übers Kreuz. Diese schickte Ritter Hans von Stadion mit eintausend Mann zu Fuß und hoch zu Roß nach Ittelsburg und belagerte die kleine Burg. Ritter Veit von Eisenburg ging bei Nacht und Nebel stiften, die übrigen ergaben sich nach vier Tagen und Nächten. Sie wurden zum Teil erschossen, die Burg wurde niedergebrannt. Sie stand also nicht allzulang.
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