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Das "Versunkene Schloss"

bei Bad Wörishofen


Burgställe, Schlösser im Unterallgäu auf einer größeren Karte anzeigen

Oberhalb von Bad Wörishofen liegt auf dem Kirchbichel das "Versunkene Schloss" - eine typische Anlage aus der Frühzeit des hochmittelalterlichen Burgenbaus. Von hier aus weitet sich der Blick nach Osten über die Talebene. Den Kern der Anlage bildete der 4m hoch aufgeschüttete und durch einen Graben gesicherte Hügel der Hauptburg. Auf seinem 40x50m großen Plateau stand einst der Wohnturm der adeligen Familie. Nach Nordwesten schloss sich die von einem Wall mit vorgelagertem Graben umwehrte Vorburg an. Hier waren u.a. Wirtschaftsbauten und Ställe untergebracht. Umwehrung und Innenbebauung der Burg bestanden vermutlich aus Holz. Die Funktion weiterer, im Norden angrenzender Befestigungen ist unklar. Da archäologische Ausgrabungen fehlen und auch keine schriftlichen Quellen vorliegen, ist nur wenig über die Geschichte der Burg bekannt. Vermutlich war sie Sitz des 1067 mit "Otthalm de Werenshofa" erstmals genannten Ortsadels von Wörishofen. Im ältesten Urbar von 1494 wird die Burg bereits als "Burgstall" erwähnt. Ein Begriff, den man in dieser Zeit für eine bereits aufgegebene Burganlage, aber auch für eine bestimmte Bauform, eine Turmburg auf einem Hügel, verwendete. Unklar bleibt damit ob die Burg bereits damals verfallen war.  Unmittelbar nördlich der Befestigung sind in Form flacher Geländewellen charakteristische Ackerbeete, sog. Hochäcker, erkennbar. Sie zeigen, dass das heute bewaldete Gelände um die Burg lange Zeit als Ackerland genutzt wurde. Quelle: Hinweistafel am Burgstall

Der Burgstall befindet sich 1650m WSW von der Klosterkirche in Bad Wörishofen entfernt auf flachem in SO-Richtung abfallendem Gelände. Die Anlage besteht aus einer annähernd rechteckigen Hauptburg im SO-Teil mit den Abmessungen von ca. 55 x 40m messendem Innenraum. Die Vorburg ist an der SW-, NW-und der NO-Seite von einem ca. 6,5m breiten und 1,5m tiefen Graben umgeben, dessen Aushub an der Innenseite zu einem kräftigen Randwall aufgeworfen wurde. Zwei Hügel nahe dem Wall an der SW-Seite könnten Gebäudeschutt einstiger Wirtschaftsbauten im Vorburgbereich beinhalten. Ein 5-10m breiter im Profil aber sehr verflachter Graben setzt den Hauptburgteil gegen die Vorburg im NW ab. Auf der Oberfläche der Hauptburg deutet ein bis zu 1m breites Gräbchen, das der Hügelkante in ca. 5m Abstand folgend den Platz umgibt, einen wohl einst vorhandenen Mauerbering an, der aber zur Gänze ausgebrochen wurde. Des Weiteren könnten zwei große Ausbruchsgruben im Hauptburgbereich das Vorhandensein von herrschaftlichen Gebäuden irgenwelcher Art andeuten, von denen aber keinerlei Spuren mehr auszumachen sind. Im NÖ-Vorgelände des Burgstalles könnten ein Gewirr von Gruben und Wällen, aber ohne klar ersichtlichen Zusammenhang, eine zweite Vorburg anzeigen. Das komplette Vorfeld des Burgstallareals wird zudem im N, O und W von den Furchen einstiger "Hochäcker" geprägt. Über das Vorburggelände verläuft eine Anzahl Wanderwege, die sich im Bereich der S-Ecke treffen. Unmittelbar W der Hauptburgflanke befand sich zur Zeit der Planaufnahme ein Tretwasserbecken mit Ummauerung, welches eine dort  vorhandene natürliche Quelle ausnützt. Funde sowie geschichtliche Nachrichten vom Platz sind völlig unbekannt. Quelle: Text und Grundriss mit freundl. Genehmigung von B. Blum, Katalog der  Befestigungsanlagen des Allgäus

Wallgrabenanlage im Nordwestlichen Bereich

 

Gedenktafel beim Burgstall

Grundriß der Burganlage

Rekonstruktion der Burg

Ansicht der Hauptburg von Nordwesten

Wallgraben im Westen der Anlage

Wallgraben im Westen der Burganlage

 

 

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