Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.

Römischer Burgus im Dickenreis

 "Die Befestigungen im Dickenreis"  Memminger Geschichtsblätter, August 1912, Nr.1/S.3

Im Dickenreis sind bekanntlich zwei noch gut sichtbare Erdbefestigungen, über deren Herkunft leider noch nicht genügend Klarheit herrscht. Die eine ist etwa 700 Meter südlich der Waldschenke, links im Walde, kurz bevor der Weg sich gegen den Wasenmeister links abzweigt Auf dem ersten Blick gibt sie sich als eine quadratische Erdschanze zu erkennen, deren innere Seitenlänge etwa 6 Meter mißt, und darum herum zieht sich ein Doppelgraben mit einem breiten Wall. Nördlich davor führt ein wirres Durcheinander von Hohlwegen, die teilweise den Eindruck künstlich hergestellter, wallartiger Erhebungen erwecken, gegen die Straße hinab und gerade östlich zu der Wiese hin sind geichfalls mehrere unregelmäßige Abstufungen und Unebenheiten, die sich sogar über die dort entspringende Quelle bis über den Waldrand an die Woringer Straße hinziehen und wie Abrutschungen aussehen. Bei deren Anlage wurde vermutlich sogar ein kleiner Teil der Bodenwellen an- und abgeschnitten. Der Altertumsverein hat im Jahre 1884 dort nachgegraben, aber leider nur mit etwas dürftigen Ergebnissen. Man fand in den Seiten des Mittelraumes schwache Reste einer quadratischen Grundmauer, die einen Hohlraum von etwa 5 Meter Durchmesser einschloß. Von einer gefugten Mauer war nichts mehr zu sehen; nur zerstreute Tuff- und Backsteintrümmer lagen allenthalben herum. Die Bausteine wird wie anderwärts in unserer steinarmen Gegend die Nachbarschaft geholt und anderweitig verwendet haben. Doch ergab die genauere Untersuchung der Ziegeltrümmer, die starke Falzungen, tief eingerissene Parallelinien zeigten, mit Sicherheit, daß eine größere Anzahl davon wenigstens römischen Ursprungs ist. Man nimmt also seither mit einem gewissen Recht an, daß wir es dort mit einer römischen Turmanlage zu tun haben, wie sie sich an römischen Straßen häufig finden, wenn auch nicht so zahlreich, als man früher gemeiniglich annahm. Es könnte auch ein sog. Burgus gewesen sein, d.h. eine kleine, nur mit einem turmartigen Gebäude versehene Befestigung. Es wäre sehr wünschenswert zu wissen, ob die unten in der Wiese an der Straße sichtbaren Unebenheiten bloße Erdgebilde sind oder ob sie durch darunter befindliche Gebäudereste hervorgerufen wurden. Vielleicht gestattet der Besitzer der Wiese einmal eine Untersuchung des Bodens, die Mittels einiger kreuz und quer gezogener Gräben Aufschluß bringen könnte.

Fortsetzung des Berichts bei  Dickenreis, Burgstall und Schwedenschanze

Burgus beim Dickenreis

Blick Richtung Osten zum Gedenkstein

Gedenkstein Burgus beim Dickenreis

Burgus beim Dickenreis

Hier sind noch einige Vertiefungen im Boden erkennbar.

 

 

 

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.