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Burgstall Hundsmoor bei Hawangen, besucht am 16.05.09

Text von Karl Schnieringer 1949

Burgstall Hundsmoor auf dem Schloßberg Pl.Nr.30 im Ungerhauser Wald, nördlich von Hawangen. Ein hoher und sehr steiler Burgkegel mit Wall und Ringgraben. Plattform des Kegels 30:23m mit kesselförmigen Vertiefungen. 1938 ein Schwert ausgegraben. Am östlichen Fuße des Schloßberges war das abgegangene große Gut "Holes wang" , vermutlich der Bauhof zum Schloß Hundsmoor. Das weite Hundsmoor zwischen der Burg und Stephansried machte die Burg von dieser Seite her unangreifbar. Eine Burgmühle dürfte an der Günz gestanden sein. In dem urkundlich erwähnten Schloß Hundsmoor saß um 1081 Hiltprand Memminger, ein Edler Jagdherr, der den Gotteshäusern in Kempten und Ottenbeuren, wie auch der Stadt Memmingen durch Mutwillen viel Schaden zufügte. Deswegen ließ der Abt v. Kempten diese und vier andere Burgen um Ottenbeuren durch seinen Vogt Burkhard Hohendanner zerstören. Die 5 Schlösser waren leicht zu gewinnen, denn sie waren allesamt baufällig. Diese Raubschlösser hießen : Hundsmoor, Aichhalde, Hatzenbrunn, Stefansried u. Theinselberg. Während Hundsmoor belagert und mit Brandpfeilen beschossen wurden, wagte der Ritter mit seinen Gesellen einen Ausfall, ritt nach Kempten und zerstörte dem Abt die Stadt bis an das Münster heran durch Brand. Hildbrand Memminger wurde bald darauf mit seinen Gesellen eingefangen und auf der Schwaigwiese bei Kempten enthauptet (Bericht aus der Chronik der Stadt Kempten). Die Tragödie spielte sich zur Zeit des Welfenkrieges ab. Die Fünf erwähnten Jagdherren blieben königstreu, während Kempten und die welfische Stadt Memmingen auf die Seite der Welfen trat. Daher der "Mutwille" die feindlichen Nachbarn zu schädigen. Die Sache war also recht politisch. Die 5 Ritter büßten ihre Partisanentätigkeit mit dem Verlust ihrer Schlösser und Hildebrand mit dem Leben. Seitdem blieb der Schloßberg im Ungerhauser Wald ohne Schloß.

Auf dem Denkstein ist zu lesen:

Schloßberg, ehedem Burg des Hiltbrand Memminger auf Hundsmoor, 1081 vom kemptischen Ritter Burkhard Hohendanner zerstört.

 



Ansicht von Süden

Von Hawangen kommend erreicht man den Burgstall ab dem Parkplatz bei der Mehrzweckhalle in ca. 20min.

Blick zum Gedenkstein

Blick auf den Gedenkstein

Inschrift

Die Inschrift auf dem Gedenkstein

Blick in den Burggraben

Blick in den Burggraben Richtung Westen

Blick über den Gedenkstein nach Süden

Blick nach Süden

Der Burggraben im Westen

Hier kann man den noch sehr tiefen Burggraben im Westen erkennen.

Grundriss

Grundriss der Burg

 

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