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Die Befestigung am Schluchtgraben bei Kronburg

Text von Karl Schnieringer 1949, von mir ergänzt (kursiv), die Längenangaben in Fuß wurden von mir nach dem bayerischen Maß 1´= 29,186m umgerechnet

Zwischen dem Schlucht- u. Schindergraben ist eine dreieckige Ebene mit steilen Abhängen, Wällen und Gräben (Abschnittsbefestigung). Die Seiten sind 150´(ca.44m), der Graben 160´(ca.47m) lang. Westlich dieser Befestigung etwa 26 Hochbeete mit einer Fläche von 20 Tagwerk. Um 1850 wurden hier viele 200 jährige Eichen ausgehauen. 580 Schritte östlich dieser Schanze ein quadratischer Platz mit 40 Fuß (ca.11,6m) langen Seiten. Ein s-kurvenweg führt von hier in das Tal zu nassen Wiesen. Mitten durch diese Wiesen führt ein fester Hochweg mit 15-20´(4,3 - 5,8 m)Breite. Die Spitze der Schlucht wird durch eine rechteckige Befestigung 20:40´(5,8:11,7m) geschützt. Der "Turm" der hier gestanden sein mag, ist 600´(175m) vom erwähnten Viereck entfernt. Der Eingang in die Schlucht ist nur 30´(8,75m) breit, erweitert sich jedoch auf 80´(23,3m) nach 500´(145m) Länge. Dann folgt die Hauptschanze, welche die Schlucht in 2 Abschnitte teilt. Rückwärts liegt ein starker Wall zum Wasserstauen oder um den Eingang zu erschweren. Das trapezförmige Hauptwerk liegt höher. Breite 145´u. 240´!(42,3m und 70m!) Länge 85´(24,8m). Der Wall: 280´(82m) lang, 240´(70m) breit, 5´(1,45m) hoch mit Graben: 40-50´(11,6 - 14,6m), Tiefe 11´(3,2m). Der Graben scheidet die Schanze vom Ackerfeld. Die Steilhänge auf beiden Seiten sind 60-70´(17,5-24,4m) tief, darunter die Wassergraben. Die Anlage ist 2500´(730m, eher 800m gemessen vom Schlossinnenhof) vom Schloß Kronburg entfernt. Bei der Begehung am 05.12.2009 konnte ich die Gräben auf der dreieckigen Befestigung gut erkennen. Die beiden rechteckigen Grundrisse auf der Zeichnung jedoch konnte ich nicht finden genausowenig wie der Wall zum Wasserstauen. Der einzige Platz wo ich mir einen Wachturm oder ähnliches vorstellen könnte, ist eine auf drei Seiten steil abfallende Kuppe am westlichen Waldrand Richtung Wagsberg, südlich gegenüber der Seite wo der Wanderweg herunterführt. siehe Karte

Die Sage berichtet:

Vom Schänzle in der Schlucht, längs des alten Weges über die Wiesen bis zur Bildsäule am Weg bei der Iller, treibt sich ein Geist in verschiedenen Gestalten, meist als schwarzer Pudel herum. Er habe bisweilen die Leute von der unteren bis zur oberen Bildsäule begleitet 3000´ (875m), dann aber in das Holz geraden Weges dem Schänzle zu verschwunden (Aus der Chronik von Illerbeuren).

Burgsteininschrift: Vorgeschichtliche Befestigungsanlage. Schlucht zwischen Schindergraben und Schluchtgraben.

 


Burgställe, Schlösser im Unterallgäu auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

Befestigung zwischen Schindergraben und Schluchtgraben bei Kronburg

Als Ausgangspunkt dieser Erkundung gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich habe den Ausgangspunkt Kronburg "An der Eichen" benützt, desweiteren wäre möglich von hier oder von dort oder vom Ausgangspunkt Wagsberg.

Karte bei Bayernviewer


Blick von Norden über die Schlucht auf den 2. Graben in der Bildmitte

Blick aus der Schlucht Richtung Osten, man kann den Beginn des Ersten Grabens erkennen(ungefähr Bildmitte, etwas rechts).

Nochmal Blick auf den 2.Graben. Von dem Bächlein am Grund der Schlucht führen Rehwege nach oben.

Am Grunde angekommen, Blick nach Westen, talabwärts

...und Blick nach oben (Westen)

Blick in den 2.Graben

Blick Richtung Osten über den 2.Graben am unteren Bildrand zum 1.Wall auf dem auch der Gedenkstein steht ( rechts von der Mulde des 1.Walles in der Bildmitte oben)

Der Gedenkstein (den Blechhut habe ich runtergenommen und später natürlich wieder draufgesetzt!)

Hier kann man schön den 1. Wall erkennen

 

Links (Westen) ist der 1. Wall, rechts beginnt die Wiese (Osten)

Der 2.Graben diesmal von Süden aus gesehen

Ab hier fällt das Gelände ab, Blickrichtung Westen

Blick in die andere Richtung nach Osten, links der kleine Bach im Schluchtgraben rechts der Schindergraben ( ich hoffe das stimmt so!)

Nachdem ich die Talsohle erreicht hatte, ging ich am südlichen Hang entlang auf Hochebene hinauf. Von dort habe ich diese Stelle entdeckt die sich am westlichen Ende des Waldes Richtung Wagsberg befindet. Diese Stelle ist nur über den Pfad der im Bild zu erkennen ist zu erreichen. Auf den anderen drei Seiten geht es steil hinab zu dem kleinen Bach. Auf der Westseite führt ein steiler Weg hinab zum Wanderweg der vom gegenüberliegenden Hang herunterführt. Über eine Brücke ca. 20m westlich in der Wiese kommt man hinüber zu diesem Wanderweg.

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