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Die Befestigungen auf dem Hohenrain, Gemeinde Kronburg

 

 

 

von Kreisheimatpfleger Dr. B. Eberl

 

(Fortsetzung des Textes)

Die Nordwest-Ecke des Hohenrains ist der “Kapf” (zu mhd. Kapfen = ausschauen, heute gaffen). Auch er besitzt eine Befestigung, die sich in der Anlage der Abschnittsbefestigung und in ihrer Ausführung ein rein mittelalterlicher Burgstall gibt. Der schmale Rücken trägt auf der , äußersten Spitze die Hauptburg (1). Sie ist vom Berge abgelöst durch einen kräftigen, in die Nagelfluh geschnittenen Hauptgraben, der auf der Innenkante einen harten Wall trägt, und durch einen zweiten etwas schwächeren Halsgraben, der ebenfalls auf der Innenkante einen Wall besitzt(2). Die anderen Seiten tragen keinen Rundwall, sondern sind allein durch den Steilabfall der Nagelfluhwände geschützt. Am Rand der Nordostseite entlang scheint aber ein Mauergräbchen zu verraten, dass eine Umfassungsmauer vorhanden war. Auch deuten einige Gruben der Oberfläche wohl herausgerissenes Mauerwerk an. In den Steilhang der Südwestseite ist eine gegen Osten ansteigende schmale Terrasse eingebaut, die sich aber nicht als Zugangsweg ansehen läßt. Sonstige Terrassen um den Fuß des Hauptburgkegels haben in den natürlichen Geländeverhältnissen ihre Ursache. Auch die große Vorburg (3) ist durch Halsgraben und Innenwall auf der Bergseite geschützt und hat auf den übrigen Seiten ebenfalls keine Randwehr, sondern nur den Schutz der Steilhänge.

Geschichtliche Nachrichten sind für die Befestigung nicht vorhanden, die nach ihrem Typ wohl in die Reihe der größeren Burgställe des 11/3. Jahrhunderts gehört und vielleicht sehr bald wieder verlassen wurde (als die Vorgängerin der Kronburg??). Wir haben also zunächst keinen Anhaltspunkt, welches der eigentliche Name der Burg selber und des Geschlechtes war, das auf ihr sich seinen Sitz geschaffen hatte. Sollte freilich wie in so vielen Fällen der Abgang der Burg in Beziehung zu setzen sein mit dem Übergang in geistliche Herrschaft, so käme man auf eine unwahrscheinlich frühe Zeit, denn der stiftkemptische Besitz um Illerbeuren und Ober- und Unterbinwang hat sich schon im 10. Jahrhundert zusammengezogen. Was an Scherbenmaterial auf der Hauptburg sich finden ließ, ist anscheinend rein mittelalterlich, so dass für eine mögliche vorgeschichtliche Besiedlung auch auf dieser Nordwestecke des Hohenrains vorerst kein Beweis vorliegt.

Quelle: Memminger Geschichtsblätter 1935/20./21

Topographische Karte

 


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Burgstall Kapf

Burgstall Kapf Blickrichtung Südost

Burgstall Kapf, Halsgraben, Blickrichtung Süden

Burgstall Kapf, Blick vom Halsgraben nach Norden

 

Burgstall Kapf

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