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Schlossberg Niederrieden

Aus der Chronik von Niederrieden: "Rätselhaft ist auch der "Schloßberg". Rund 11/2 Kilometer südöstlich von der Dorfmitte liegt am Hochrand des "Hartes" eine ungefähr 80x60 Meter große Abschnittsbefestigung mit abgerundeten Ecken. Es ist keine römische Anlage. Ob´s nun eine vorgeschichtliche Fliehburg der Hallstattzeit oder ein Bauernversteck der Ungarnzeit ist, kann man wohl erst nach eindringlicher Untersuchung des Geländes feststellen.
Im 12. Jh. wird der Burgstall "Rietham uff dem Bosser Hardt" an die Edlen von Rieden verliehen. ... Es ist durchaus möglich, daß hier Ulrich, Egilolf und Heinrich, die Edlen von Rieden zu Hause waren."
Desweiteren wird noch von einer ernsthaften Fehde aus dem Jahr 1141 berichtet.

Aus Karl Schnieringer, Burgställe im Lkr.Memmingen, 1949:  Urkundlich wird der Burgstall erstmals 1451 erwähnt im kempt. Lehenbuch als "Das Burgstall Rietham uff dem Besserhart" als es an Wilhelm Besserer verliehen wird.1567 kauft Abt Kaspar von Ottonbeuren das Reuthmad "unter dem hohen Burgstall". Ein Plan der Holz- und Viehweiden "mit Indicie des alten Schlosses" liegt im Klosterarchiv Ottobeuren. Die Reutmäder gehörten zur Burgmühle unter dem Schlossberg. Die Sage berichtet von einem unterirdischen Gang vom Schlossberg zur Mühle bis Fellheim. Zum alten Ortsadel zählen 1141 der Edle Hadrian von Rieden, ein Verwandter des Ritters von Boos. 1170 Heinrich, Dietrich und Brüder von Rieden, ottob. Dienstleute. Im 15. Jahrhundert ist Rieden im Besitze der Herren von Schellang. 1436 verkauft Anna Schellang ihren Besitz an das Kloster Ottobeuren, welches bis 1802 im Besitze des Dorfes blieb. Die Burg Rieden kam schon früh in Abgang.

Aus B.Blum, Katalog der Befestigungsanlagen des Allgäus, 2008: Der Burgstall befindet sich ca. 1750m SÖ von der Kirche in Niederrieden entfernt, auf einem leicht nach W hin, vorstoßenden Geländeeck am Rande einer ehemaligen Schwemmterrasse des Illertales. Dabei handelt es sich um einen U-förmig gebogenen Wall mit nach W hin offener Seite, der einen weitgehend ebenen innenraum mit ca. 70 x 60m umschließt. Ein ca. 10m breiter Graben ist dem Wall vorgelegt. An der steil abfallenden W-Seite ist lediglich im Bereich des N-Drittels ein schwacher Wallrest auszumachen, der als Weiterführung des N-seitigen Walles zu deuten ist. Zwei Walldurchbrüche an der O-Seite und ein weiterer am W-Ende der S-Seite dürften zumindest in ihrer heutigen Ausgestaltung neueren Ursprunges sein. Den größten Eingriff stellt der südlichere Durchbruch an der O-Seite dar, der einem von O her kommenden Forstweg Einlass gebietet. Kleinere Schürf- und Abrutschgruben am W-Rand prägen dort den Innenraum des Burgstalles. Ungefähr 100m SÖ des Burgstalles zieht sich ein ausgeprägtes Altwegebündel in WSW-ONO-Richtung den dortigen Abhang der Geländeflanke entlang nach oben. Funde vom Platz sind nicht bekannt.

Grundriss und Text mit freundl. Genehmigung v. Boris Blum, Katalog der Befestigungsanlagen des Allgäus, 2008


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Ansicht von Nordosten

Der nördliche Wallgraben Richtung Westen

gleiche Position wie vorher nur auf dem Wall

Blick von der Nordostecke über den bogenförmigen Wall

Blick von der Nordostecke nach Süden

Die Ostseite der Anlage, unterbrochen von einem Pfad im Vordergrund und einem Waldweg im Hintergrund

Blick vom südlichen Ende Richtung Norden

Blick vom östlichen Wall Richtung Norden

 

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