Lage: Der Burgstall liegt auf dem Kellerberg, dem "Hausberg von Woringen". Koordinaten: 47.922482,10.196943
Anfahrt: Von der Ortsmitte Richtung Kronburg fahren, dann noch vor dem Berg links in den Rechbergweg(bzw.Langmahdweg) einbiegen und bis zum Tennisplatz fahren. Hier das Fahrzeug abstellen und den Weg der am Anfang eine scharfe Linkskurve macht nach oben folgen. Den nächsten Weg nach rechts folgen und man befindet sich im Halsgraben. Links ist der Burghügel und der Keller, rechts führen eine Treppe hinauf zum Burgösch wo die keltische Fliehburg sich befindet.
Historie:
1323 "gab Herzog Leopld von Österreich dem Ritter Konrad von Rothenstein das Burgstall Woringen und dazu noch 3 Mark bar als Burglehen unter der Bedingung hin, daß derselbe in Woringen 2 Burgen erbaue, von denen eine jedoch den Herzogen von Österreich gehören und nur solange im Pfandbesitze der Rothensteiner bleiben solle, bis ihnen von jenen 520 Mark Silber und die Baukosten ersetzt werden würden. In den Urkunden des späteren 14.Jh. wird daher eine obere und eine untere Burg tatsächlich genannt."
Daß die Herzöge von Österreich im Besitze der Burgställe erscheinen, ist wohl aus der Übernahme alten Reichsgutes, unmittelbar oder über staufisches Hausgut, zu erklären, das ja in unserer Gegend nicht ausschließlich auf den Königshof Memmingen beschränkt gewesen sein muß. Welche von den beiden Burgen dem Hause Österreich vorbehalten blieb, ist nicht bekannt, kann aber mit ausreichender Genauigkeit erschlossen werden. Die österreichische Burg soll bis zur Tilgung der Baukosten und einer Anleihe von 520 Mark Silber der Rothensteiner an Österreich im Pfandbesitz der Rothensteiner bleiben. Von einer Schuldentilgung erfahren wir nichts, wohl aber, daß knapp 90 Jahre später beim Verkauf der Herrschaft Woringen an die Pappenheimer eine der Burgen schon wieder verfallen gewesen sei. Daß dies die obere Burg war, ergibt sich daraus daß späterhin nur die untere Burg als der Sitz der Herrschaft dauernd bewohnt erscheint. Auch der Grund für den schnellen Verfall ist naheligend: Der Rothensteiner erbaute die Burg im Auftrage des Herzogs Leopold. Jener hatte von diesem die Tilgung eines bedeutenden Darlehens und den Ersatz der Baukosten zu beanspruchen. Wahrscheinlich erfolgte weder das eine noch das andere, sondern der Neubau drohte nun auch noch mit seinen Unterhaltskosten die Kräfte der Pfandinhaber zu belasten, und sie ließen das unbequeme und für ihre Zwecke überflüssige Bauwerk verkommen, als sie einsahen, daß sie nicht mehr zu ihrem Gelde kommen würden. Quelle:Memminger Geschichtsblätter 1952/53, Robert Stepp: Die Herrschaft Woringen im Mittelalter.
Die blauen Linien stellen die Wallgräben der keltischen Wallgrabenanlage auf dem Burgösch dar

Blick zum Kellerberg dem Burgstandort Blick über die Vorburg zum Gedenkstein

Im Halsgraben, rechts der Burghügel Der Bierkeller stammt aus dem frühen 19.Jh. und wurde in den Burghügel gebaut.
Deutlich sind die Ansätze zu ehemaligen Trennwänden zu erkennen, die quer den Keller abteilten. Oben der westliche Lüftungsschacht.
Blick in den östlichen Lüftungsschacht
Blick in den westlichen Lüftungsschacht mit einem Eisengestänge, zum Öffnen der Bretter?
von der Oberseite des Kellers sind nur runde Betonröhren mit einem Durchmesser von ca. 10cm zu sehen.
In der Zeit des 2.Weltkrieges wurde bei Grabungen zu Luftschutzzwecken ein geringer Mauerrest aufgedeckt, bestehend in einem Stück Grundmauer aus Nagelfluhquadern mit stark verwitterten Mörtelresten, im Ausmaß von ca. 2m auf 1m, wobei der längere Flügel parallel der Grabung etwa in Nord-Süd-Richtung, der kürzere im rechten Winkel dazu nach Osten verläuft. Weiter Baureste sind bisher nicht aufgefunden worden, doch sollen nach einer Nachricht von Miedel (Schwäb. Erzähler Nr.29, 1912) noch 1832 Mauerreste zu sehen gewesen sein. Aber der Bergkegel trägt noch andere Spuren baulicher Tätigkeit. Die Burg hat offenbar nicht nur die recht kleine Fläche der höchsten Erhebung eingenommen, sondern auch Teile des Nord und Ostabhanges. Dort findet man in zwei oder drei Stufen auffallend breite, ebene Rampen um den Burghügel herum verlaufend, so, daß darauf wohl mehrere Gebäude Platz gefunden haben. Ob solche tatsächlich bestanden, wissen wir nicht.